Benzin und Dieselmotoren bald Geschichte?

Seit ihren Ursprüngen wurde die Mobilität immer wieder revolutioniert. Während die Fortbewegung vor Tausenden von Jahren allein zu Fuß möglich war, verschafften die Erfindung des Rades und die Nutzung von Pferden erste spürbare Fortschritte. Rasant weiter ging es mit der Entwicklung der Dampfmaschine und des ersten Verbrennungsmotors in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit schwindenden Vorkommen fossiler Energien und bedrohlichen Klimaauswirkungen befinden wir uns heute erneut in einer Revolution, hin zu einer nachhaltigen Mobilität. Aber werden Autos, betrieben mit Benzin- und Dieselmotoren dabei bald der Vergangenheit angehören?

Die Mobilität im Kontext der Energiewende

Wirft man einen Blick auf die Energieverbraucher in Deutschland, lag der Verkehr im Jahr 2014 auf dem ersten Platz. Denn rund 30 Prozent der gesamten Energie wurden durch Autos, LKWs und Co. verbraucht. Energieträger Nummer 1 waren dabei Mineralölprodukte wie Benzin und Diesel mit einem Anteil von über 93 Prozent. (Quelle: Umweltbundesamt.de)
Der Blick auf die CO2-Emissionen zeigt ein ähnliches Bild. Denn auch hier ist der Verkehr mit einem Anteil von rund 16 Prozent zweitgrößter Verursacher, direkt hinter der Energiewirtschaft.
Die Zahlen zeigen: Soll die Energiewende gelingen – unsere Energieversorgung also von einer fossilen zu einer erneuerbaren werden – spielt der Sektor Mobilität eine wichtige Rolle. Denn er ist maßgebend am Verbrauch fossiler Rohstoffe und dem Ausstoß des klimaschädlichen CO2 verantwortlich.

Die Mobilität im Wandel

Sowohl im Transport- als auch im Privatbereich wird die ständig steigende Nachfrage nach Mobilität zu großen Teilen von LKWs und PKWs gedeckt. So haben Autos und Motorräder einen Anteil von rund 76 Prozent am Personenverkehr. Bahnen und der öffentliche Nahverkehr, erreichen hingegen nur 13,7 Prozent, während der Luftverkehr etwa 4,7 Prozent ausmacht. Die nachhaltige Fortbewegung mit Rad oder zu Fuß erreicht hingegen nur 5,7 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens. (Siehe auch Klimaschutzplan 2050)
Mit dem Klimaschutzplan 2050, in dem die Bundesregierung Maßnahmen zum Erreichen der Energiewende und des Klimaschutzes zusammenstellt, heißt es: „Das Verkehrssystem in Deutschland wird im Jahr 2050 nahezu unabhängig von Kraftstoffen mit fossilem Kohlenstoff („dekarbonisiert“) und somit weitgehend treibhausgasneutral sein“.
Um das zu erreichen, soll bereits im Jahr 2030 ein großer Anteil der Autos auf deutschen Straßen aus Plug-In-Hybriden, reinen Elektroautos und Fahrzeugen mit Brennstoffzellen-Antrieb bestehen.
Bis das so weit ist, gibt es jedoch noch einiges zu tun. Denn nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes sind heute (Januar 2016) nur rund 156.000 der über 45 Millionen deutschen PKWs Elektro- oder Hybrid-Autos – das entspricht einem Anteil von gerade einmal 3 Prozent. (Quelle: kba.de)

Benzin- und Dieselmotoren: In Deutschland bald verboten?

Nach einem Bericht des Spiegels diskutiert die Bundesregierung aktuell über ein Verbot der Neuzulassung von Diesel- und Benzinfahrzeugen ab dem Jahr 2030. Ob das trotz Druck der Auto-Lobby umgesetzt wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Dennoch: Die Elektromobilität wird zunehmend attraktiver. So schätzt die Beratungsgesellschaft PwC Automotive, dass im Jahr 2030 jedes dritte neu zugelassene Auto ein Elektro- oder Hybridauto sein wird.  
Auch wenn aktuell über die Einführung neuer Plaketten für das Verbot einiger Diesel-Autos in Innenstädten diskutiert wird, ist ein rasanter Wandel eher unwahrscheinlich. Viel mehr wird es sich in Deutschland um einen allmählichen Prozess handeln, in dem auch der Verkehr mit Bus und Bahn einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Dafür sprechen Umfragen, nach denen das eigene Auto vor allem für junge und gebildeter Fahrer zunehmend an Bedeutung verliert.

Hinzu kommt der digitale Wandel, der den öffentlichen Fern- und Nahverkehr immer einfacher und komfortabler machen wird. Dabei informieren intelligente Systeme in Echtzeit über unterschiedlichste Mobilitätsmöglichkeiten und leiten Personen auf dem Weg von A nach B. Neben dem eigenen oder gemieteten Auto werden dabei zunehmend auch Fußwege, Fahrräder, Busse, Züge oder Flugzeuge in das individuelle Wegkonzept einbezogen.

Generell kann man sagen, dass alle neuen und bestehenden Autos in Deutschland irgendwann durch Autos mit alternativen Antrieben ersetzt werden. Dafür werden sinkende Preise, bessere Fördermöglichkeiten und höhere Belastungen für konventionelle Antriebe sorgen. Offen bleibt jedoch, bis wann das passieren wird.

Tipp:
Lesen Sie auf www.niedrigenergiehaus-bauen.de über die von der EU-Kommision geplante E-Auto-Steckdosen-Pflicht für Neubauten.

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