Heizen und kochen mit Gas: Niederlande beschließen Lieferstopp ab 2030

Die Gasmenge, die bislang Jahr für Jahr von den Niederlanden nach Deutschland transportiert wird, ist größer, als vielen Verbrauchern bekannt ist: 30 Milliarden Kubikmeter L-Gas versorgen etwa fünf bis sechs Millionen deutsche Haushalte. Diese Menge ist etwa ein Drittel des Gasbedarfs in ganz Deutschland. Die Niederlande haben jedoch kürzlich beschlossen, ab 2030 kein L-Gas mehr nach Deutschland zu liefern.

Der Grund für diesen Schritt sind die Folgen eines Erdbebens in Huizingen in der Nähe von Groningen: Am 16. August 2012 richtete es dort und in den Nachbardörfern bei einer Stärke von 3,6 auf der Richterskala starke Schäden an zahlreichen Gebäuden an.

Die Ursache war damals schnell ausgemacht worden: In drei Kilometern Tiefe befindet sich das Gasfeld von Groningen, das eine der zehn größten Gaslagerstätten weltweit ist und seit 1963 ausgebeutet wird. Bis vor vier Jahren wurden dort jährlich 50 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert. Diese enorm große Entnahme führte zu einer Bodenabsenkung von 30 Zentimetern – eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass Groningen in einer maximalen Höhe von nur 14,2 Metern über NAP (Normaal Amsterdams Peil) liegt.

Die Folge für die deutschen Verbraucher von niederländischem L-Gas: Viele Heizungs- und andere mit Gas betriebene Anlagen sowie die für den Gastransport benötigten Pipelines müssen technisch umgerüstet werden.

L-Gas und H-Gas: Was ist das und wer verbraucht es?

L-Gas steht für „Low calorific gas“, H-Gas für „High calorific gas“. Damit ist der unterschiedliche Brennwert gemeint, der sich aus dem Methangehhalt des jeweiligen Gases ergibt: Er beträgt bei L-Gas ca. 80 bis 87 % und bei H-Gas bis zu 98 %.

L-Gas wird ganz überwiegend in Nord- und Westdeutschland verbraucht, und zwar schwerpunktmäßig in Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Was kommt auf die betroffenen Gaskunden zu?

Im Laufe der nächsten Jahre erfolgt eine Bestandsaufnahme aller Gasgeräte (Gasthermen, -herde, -öfen, -kamine, -kessel, Gas-Durchlauferhitzer) vor Ort, die durch den Netzbetreiber oder von ihm beauftragte Gasbüros oder andere Unternehmen durchgeführt wird. Diese Besuche der Mitarbeiter bei den Gaskunden finden nur nach einer vorherigen Terminabsprache statt. Im nächsten Schritt werden die Heizungsanlagen soweit es nötig ist umgerüstet, wobei z. B. die Brennerdüsen ausgetauscht werden. Den Gaskunden werden weder die Besuche noch die Arbeiten in Rechnung gestellt. Die hierfür entstehenden Kosten werden in Form einer Umlage von allen Kunden bezahlt. Die Umstellung aller Gasgeräte soll bis 2030 abgeschlossen sein.

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