Energiewende in Afrika: Die Klimakonferenz in Marrakesch

Vom 07. bis 18.11.2016 findet im marokkanischen Marrakesch die erste internationale Klimakonferenz nach den in Paris getroffenen Beschlüssen statt. Bei der Zusammenkunft in dem afrikanischen Staat, der durch die Klimasünden wohlhabender Industrienationen stärker denn je bedroht ist, geht es vor allem darum, die in Paris gesetzten Klimaziele mit einem klaren Fahrplan zu untermauern. Welche Inhalte dabei diskutiert werden und welche Ergebnisse zu erwarten sind, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Worum geht es bei der Klimakonferenz in Marrakesch?

Mit der Klimakonferenz in Marrakesch sollen nun die Ziele des in Paris geschlossenen Weltklimavertrages mit einem greifbaren Fahrplan untermauert werden. Im Zentrum der zweiwöchigen Konferenz stehen dabei vor allem Diskussionen darüber, wie der Ausstoß der Treibhausgase gebremst werden kann. Außerdem wird es auch darum gehen, eine Staaten übergreifende Regelung zur Bewertung der Emissionen zu finden. Denn nur so wird es möglich, die Einhaltung der Ziele zu überprüfen. Durch unterschiedliche Grundlagen, wie etwa verschiedene Zeithorizonte oder Bezugsgrößen, ist das aktuell noch schwierig.  
Ein weiteres Thema der Klimakonferenz in Marrakesch wird die Verteilung finanzieller Hilfsmittel sein. So haben die Industriestaaten ab 2020 etwa 100 Milliarden Dollar zur Entwicklung von Anpassungsstrategien an Dürren und Wetterextremen in ärmeren Ländern versprochen.

Afrika und die Energiewende

Im Vergleich zu vielen westlichen Staaten hat Afrika ganz besondere Herausforderungen zu meistern. So haben rund 600 Millionen Menschen noch immer keinen Zugang zu Elektrizität. Diejenigen mit einem Anschluss leiden dagegen unter regelmäßigen Schwankungen und Ausfällen. Was für viele Europäer kaum vorstellbar ist, wirkt sich in Afrika auf mehr als den bloßen Komfort aus. Denn ohne Strom funktionieren auch wirtschaftliche Entwicklung und Bildung nur eingeschränkt.
Zur Verbesserung dieser Umstände eignet sich ein dezentrales Energienetz, das Strom da erzeugt, wo er verbraucht wird. Nämlich in zahlreichen Gemeinden und Dörfern, die oft weit entfernt voneinander liegen. Die Potenziale, diese dezentrale Energieversorgung regenerativ aufzubauen, sind vor allem in Afrika besonders hoch.

Welche Ziele verfolgen die afrikanischen Staaten?

Ein wichtiges Ziel der Klimakonferenz in Marrakesch ist es, reiche Industriestaaten mit hohen CO2-Ausstößen zu höheren Zahlungen zu verpflichten. Auf diese Weise sollen sie für die Klimafolgen, unter denen zum Beispiel afrikanische Staaten leiden zur Verantwortung gezogen werden. Die Mittel werden dabei genutzt, um ärmere Länder besser auf lange Dürren oder andere Wetterextreme vorzubereiten. Außerdem geht es darum konkrete Projekte auf den Weg zu bringen, mit denen zum Beispiel der Anteil erneuerbarer Energie in Afrika erhöht werden soll.
Eine Möglichkeit, mit der das funktionieren könnte, ist eine Initiative, über die bis zum Jahr 2020 zehn Gigawatt erneuerbare Energie installiert werden sollen. "Das Potenzial für erneuerbare Energien in Afrika ist enorm. Rund 600 Millionen Menschen haben in Afrika keinen Zugang zu Strom. Mit dieser Initiative kann Afrika einen großen Schritt auf dem Weg zu einem grünen Kontinent bei der Stromerzeugung machen. Dabei unterstützen wir unsere afrikanischen Partner nach Kräften, finanziell, aber auch mit dem Wissen und technologischen Know-how der deutschen Wirtschaft", so Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Wird Deutschland seiner Vorreiterrolle gerecht?

Geht es um den Weltklimavertrag, klemmt es in Deutschland noch. So kam es bis heute zu keiner Einigung um den Klimaschutzplan 2050 – den Fahrplan zur Einhaltung der in Paris festgelegten Klimaziele.
Auf internationaler Ebene kann Deutschland aber dennoch großes leisten. Im Wesentlichen geht es dabei um den Transfer von Know-How und Wissen, das hierzulande über viele Jahre gesammelt wurde. Denn das bewahrt davor eigene Fehler zu wiederholen und kann die Kosten der Energiewende senken.

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