Mit Solarkraft das Internet weltweit verfügbar machen

Das für Juli 2017 anberaumte G20-Treffen in Hamburg wirft seine Schatten voraus: Bereits am 6. und 7. April 2017 trafen sich die sog. Digitalminister der Industrie- und Schwellenländer in Düsseldorf. Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, wurden zum Schluss einige Feststellungen getroffen und Ziele formuliert. Darunter war auch der Wunsch, einen gemeinsamen internationalen Handlungsrahmen zu schaffen, um „die Chancen der Digitalisierung für alle Menschen bestmöglich zu nutzen“. So schreibt es das für diesen Bereich zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf seiner Themenseite „G20 – Digitalisierung global gestalten“. Die G20-Digitalminister haben sich darauf verständigt, das schnelle Internet weltweit so voranzubringen, dass bis zum Jahr 2025 alle Menschen daran angeschlossen sein sollen.

So weit, so gut. Aber so wichtig das Internet auch ist, es wird immer deutlicher, dass vor allem in ärmeren Ländern und dort insbesondere in ländlichen Gegenden eine Internetversorgung auf zumindest mittlere Sicht unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zu erwarten ist. Noch 2014 waren 60 % der Weltbevölkerung von der Internetnutzung ausgeschlossen, das entsprach etwa 4,4 Milliarden Menschen. Die Internationale Fernmeldeunion schätzt, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2020 zwar auf etwas weniger als drei Milliarden Menschen reduzieren lässt, aber das ist noch weit von den hehren Zielen der G20 entfernt. Es muss also darum gehen, möglichst kostengünstig und mit relativ wenig Aufwand Internetverbindungen bereitzustellen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) tüftelt seit einiger Zeit an einer Lösung.

So kann das Internet der Zukunft aussehen

Das DLR hat seine Überlegungen, wie eine globale Internetversorgung hergestellt werden kann, darauf aufgebaut, dass die weltweite Kommunikation heute in großem Umfang von Satelliten abgedeckt wird. Daraus entstand die Idee, die bereits jetzt eingesetzte Satellitentechnik hinsichtlich der globalen Kommunikation um fliegende Höhenplattformen zu ergänzen. Diese sollen sich in der Stratosphäre in einer Höhe von 20 Kilometern bewegen und mit Solarstrom betrieben werden. Der Jungfernflug eines mit Photovoltaik betriebenen Ultraleichtfliegers hat Anfang Mai 2017 über Payerne in der Schweiz stattgefunden. Das von der DLR entwickelte Modell Elektra-2 ist das weltweit erste solarelektrisch betriebene Flugzeug: Es wiegt 420 Kilogramm, hat eine Nutzlast von 100 Kilogramm und ist mit einer Photovoltaik-Fläche von 22 Quadratmetern ausgestattet. Der erste Stratosphärenflug ist nach einer Reihe von weiteren Probeflügen für 2018 geplant. Das Ziel ist es, dass diese mit der nötigen Technik ausgestatteten Höhenplattformen dauerhaft und unbemannt dafür eingesetzt werden, dass die Internetversorgung auf der ganzen Welt sichergestellt ist. Dr. Konstantin Kondak vom Institut für Robotik und Mechatronik des DLR bezeichnete die Entwicklung von Ultraleichtfliegern mit den Eigenschaften des Elektra-2 als Schlüsseltechnologie.

Wer eine Vorstellung vom Solarflugzeug Elektra-2 haben und sich den Start ihres ersten Flugs ansehen möchte, kann dies auf Twitter (https://twitter.com/DLR_de/status/861596960813461505) tun.

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