Ökostrom-Umlage erreicht 2017 neuen Rekord

Die EEG-Umlage, die auch unter dem Begriff Ökostrom-Umlage bekannt ist, steigt ab Januar 2017 von derzeit 6,354 um 8 % auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Damit befindet sie sich auf einem Rekordniveau. Modellrechnungen haben für einen Vier-Personen-Haushalt in Zukunft eine Jahresbelastung von 409 Euro und damit 31 Euro mehr als 2016 ergeben. Die von den Netzbetreibern Tennet, TransnetBW, 50Hertz und Amprion festgelegte Umlage wird über die Stromrechnung erhoben.

Was hat es mit der EEG-Umlage auf sich?

Die Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Verkaufspreis, den die Stromversorger an den beiden Strombörsen für ihre Energie erhalten, und den garantierten Preisen, die die Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien aus erneuerbaren Energien bekommen. Die Umlage steigt, wenn sich der Verkaufspreis  für die Erzeuger an den Strombörsen verschlechtert. Zum Vergleich: Die EEG-Umlage lag im Jahr 2000 bei 0,2 Cent pro Kilowattstunde und hat sich mit einem kurzen und einmaligen Absinken im Jahr 2015 stetig nach oben entwickelt.

Die einzelnen Versorger entscheiden allerdings selbst, ob sie die Umlage an ihre Kunden weiterreichen. Da das Verhalten der Stromkonzerne nicht einheitlich ist, ergeben sich bundesweit Preisunterschiede. Viele Verbraucher sehen jetzt genauer hin: Mithilfe von Vergleichsportalen lässt sich leicht ermitteln, welches Unternehmen den günstigsten Strompreis anbietet.

Ist auch künftig mit einem Anstieg der Ökostrom-Umlage zu rechnen?

Ab 2017 wird ein Modus wirksam, der die Förderung der erneuerbaren Energien auf neue Füße stellt. Die Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) hat zur Folge, dass die gesetzlich festgelegten Vergütungen für die Betreiber von größeren Solar-, Biogas- und Windkraftanlagen in dieser Form wegfallen werden. An ihre Stelle tritt dann das Wettbewerbsprinzip: Die Vergütungen werden mithilfe von Ausschreibungen ermittelt. Davon sind lediglich Wind- und Solaranlagen mit einer Leistung von ≤ 750 kW und Biomasse-Anlagen mit einer Leistung von ≤ 150 kW ausgenommen. Damit sind von der Wettbewerbssituation 80 % der zugebauten Anlagen betroffen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) wird für die Jahre 2017 bis 2019 Ausschreibungen für die Vergütungen der Energiemengen von je 2.800 MW und ab 2020 von jährlich 2.900 MW durchführen. Die Bewerber mit dem geringsten Vergütungsgebot erhalten dann den Zuschlag. Die Bundesregierung erhofft sich von dem geänderten Verfahren eine bessere Kosteneffizienz. Ob dieser Wunsch Wirklichkeit wird und inwieweit sich Auswirkungen auf die Höhe der EEG-Umlage ergeben, bleibt abzuwarten.

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