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Solar-Faltdächer: Eine clevere Idee aus der Schweiz

Solarpaneele findet man bislang vor allem auf Gebäudedächern oder in großen Anlagen zu Dutzenden auf Freiflächen. Seit Kurzem gibt es eine Möglichkeit mehr, die Sonnenkraft zur Energieerzeugung zu nutzen: Mit einem neuartigen Solar-Faltdach können Flächen erschlossen werden, die nicht dauerhaft überdacht sein sollen oder müssen. Das trifft insbesondere auf Parkplätze und Logistikflächen zu.

Das kann das Solar-Faltdach

Die Innovation auf dem Solar-Markt ist in der noch jungen Graubündner Firma dhp technology entstanden. Die Anlage, die den Namen HORIZON trägt, wird so installiert, dass sie bereits bebaute Flächen bedeckt. Sobald die Sonne scheint, entfaltet sich automatisch das Solardach mithilfe eines Systems, das auch im Seilbahnbau verwendet wird. Nach Sonnenuntergang oder bei schlechtem Wetter fährt das Solardach selbsttätig in die Garage ein. Selbstverständlich kann das Dach auch manuell ein- und ausgefahren werden. Da es sich etwa fünf Meter über dem Boden befindet, kann die darunter liegende Fläche frei genutzt werden. Das System kostet derzeit noch 230 Franken pro Quadratmeter (ca. 197 Euro), wobei die Mindestgröße bei 900 Quadratmetern liegt. Es wird in Leichtbauweise erstellt, die Abstände zwischen den Stützen betragen 17 x 25 Meter. Eine Grundeinheit ist in der jetzigen Ausführung 50 Meter lang und 17 Meter breit; Erweiterungen sind problemlos möglich.

HORIZON wird seit September 2017 im Klärwerk von Chur eingesetzt und trägt dort zur Erreichung der kommunalen Energieziele bei. Dort produziert die Anlage pro Jahr 540 Megawatt Strom und deckt damit 20 % des vom Klärwerk benötigten Energiebedarfs ab. Aufgrund der Anlagenhöhe sind die Klärbecken immer zugänglich, außerdem wird die Algenbildung durch die Beschattung deutlich reduziert und damit der Wartungsaufwand vermindert.

Die Gründer von dhp technology sehen aber noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, das Solar-Faltdach einzusetzen. Eine davon sind Parkplätze, die auf diese Weise beschattet werden können. Soll im Winter verhindert werden, dass sich auf dem Boden Eisflächen bilden, genügt es, das Solardach einzufahren. Über Nacht kann das Dach ebenfalls eingefahren werden und ist so vor mutwilligen Beschädigungen geschützt. Auf Wunsch können im Tragwerk ohne weitere Tiefbauarbeiten Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert werden.

Das Unternehmen hat ein Video bereitgestellt, das den Aufbau und die Funktionsweise des Test-Solardaches zeigt. Es lässt sich hier aufrufen.

 

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