Hersteller planen deutliche Stromeinsparungen in Supermärkten

Wer über die Energiewende und die zu erzielenden Energieeinsparungen spricht, denkt zunächst an das, was in privaten Haushalten und der produzierenden Industrie möglich ist. Doch der Einzelhandel verschlingt ebenfalls viel Strom: Wie das Statistik-Portal statista.com ermittelte, wurde der Verbrauch in den letzten Jahren zwar deutlich gesenkt, aber 2015 betrug er im Food-Einzelhandel immer noch 331 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Kein Wunder, wenn man sich vor Augen hält, wofür in einem durchschnittlichen Supermarkt Strom benötigt wird: Neben der Beleuchtung und den Kassen sind dort Kühlschränke, Tiefkühltruhen, Brotbackautomaten oder Pfandautomaten in Betrieb. Viele Einzelhändler setzen für die Beleuchtung LEDs ein, auch die Kühl- und Tiefkühlgeräte wurden oft schon gegen energiesparende Modelle ausgetauscht. Doch der deutsche Wechselrichterhersteller SMA und der dänische Spezialist für Klima- und Kältetechnik Danfoss sehen noch deutliches Verbesserungspotenzial.

Joint Venture der Experten

Der Schlüssel der innovativen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen liegt in der Vernetzung von Photovoltaik, Speichertechnik, E-Mobilität sowie Kühl- und Kältetechnik. Die Stromverbraucher sollen dabei intelligent gesteuert werden: Die Smart-Home-Plattform Ennex OS von SMA wird mit Danfoss‘ Systemmanager SM800 gekoppelt, sodass die Supermärkte in den Energiemarkt integriert werden. Vor Ort werden die Backöfen sowie die Kühl- und Gefriergeräte über die SMA-Plattform und den Systemmanager mit einer PV-Anlage, einem Speicher und einer Auto-Ladesäule vernetzt. Außerdem wird eine Schnittstelle bereitgestellt, über die der Zugang zum Energiemarkt hergestellt wird. Die Stromverbraucher werden schwerpunktmäßig immer dann eingeschaltet, wenn durch die Photovoltaik-Anlage und/oder den Stromspeicher genügend Strom zur Verfügung gestellt werden kann. Überschüssiger selbst erzeugter Strom wird entweder gespeichert oder dem Strommarkt zugeführt. Für die Phasen, in denen die selbst erzeugte oder gespeicherte Strommenge nicht ausreicht, wird „klassisch“ Strom zugeführt – vor allem dann, wenn seine Kosten auf dem Strommarkt niedrig sind. In dieses System lassen sich auch Ladestationen für Elektro-Autos einbinden.

Ist das die Zukunft?

Die Manager beider Unternehmen sind vom Erfolg ihres Modells überzeugt und schauen bereits in die Zukunft: Sie sehen Supermärkte schon bald nicht nur als Lieferanten von Produkten des täglichen Bedarfs, sondern als Mitspieler auf dem Strommarkt, die eine Umwandlung des Stromnetzes vorantreiben können, damit es „sicherer, grüner und flexibler wird“ (Danfoss Cooling-Präsident Jürgen Fischer). Jetzt müssen voraussichtlich noch die Kartellbehörden dem Joint Venture zustimmen.

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