Wie Kreuzfahrtschiffe umweltfreundlicher werden sollen

Kreuzfahrtschiffe sind nicht dafür bekannt, ein Symbol für umweltfreundliche Verkehrsmittel zu sein: Sie fahren mit Schweröl, stoßen große Mengen schädliche Abgase aus und verbrauchen, damit es alle Gäste jederzeit komfortabel haben, Unmengen an Energie. Auch auf einem anderen Gebiet machten sie immer wieder negativ von sich reden: Beim Umgang mit den täglich anfallenden Müllbergen. Immerhin etwa 15 Tonnen Abfall kommen da pro Tag zusammen. Doch hier scheint sich jetzt eine gute Lösung abzuzeichnen.

Energie aus Schiffsabfällen

Moderne Kreuzfahrtschiffe betreiben Mülltrennung und zerkleinern bzw. pressen die zahllosen Flaschen, Dosen, Pappen und Papier, damit sie weniger Platz beanspruchen. Restmüll und Plastik werden direkt an Bord verbrannt. Nach Aussage einiger Reedereien werden nur ein paar Essensreste weit entfernt von der Küste und zerkleinert im Meer entsorgt. Doch so systematisch gehen bei Weitem nicht alle Reedereien vor. Es gelangt immer noch sehr viel Abfall in die Ozeane.

Das in Kanada ansässige Unternehmen Terragon Environmental Technologies Inc. bietet mit dem Verfahren Micro Auto Gasification System (MAGS) eine Möglichkeit, pro Tag eine Tonne Schiffsabfälle in Energie umzuwandeln. Es eignet sich nicht nur für den auf Schiffen entstehenden Müll, sondern für brennbare Abfälle aller Art. Mit dem Einsatz von MAGS können pro Tag im Zuge der Müllverbrennung mehr als 2.400 kWh Energie erzeugt werden.

So funktioniert die neue Entwicklung

Der Müll kann ohne Vorbehandlung in den Behälter gelegt werden, brennbare Flüssigkeiten werden automatisch zugeführt, ohne dass dies durch eine Person, die das Gerät bedient, unterstützt werden muss. Der Müll wird dann in der Trommel stark erhitzt und zerfällt in Bio-Kohle (Biochar) und Synthesegas, das überwiegend Kohlenmonoxid und Wasserstoff enthält. Das Synthesegas wird unter kontrollierten Temperatur- und Luftströmungsbedingungen in einer Brennkammer verbrannt. Erdgas wird nur in einer geringen Menge benötigt, um den Prozess in Gang zu setzen.

Bei diesem Verfahren wird im Gegensatz zu allen anderen bekannten Abfall-zu-Energie-Verfahren bei der Verbrennung der organischen Anteile des Mülls kein Kohlendioxid frei, sondern beim von Terragon entwickelten Prinzip werden bei der Auto-Gasifikation organische Moleküle in anorganischen Kohlenstoff umgewandelt, der z. B. zur Bodenanreicherung verwendet werden kann.

Die neuartige Technologie wird bereits auf zwei Schiffen eingesetzt, die sensible Ökosysteme befahren, und ist im März 2017 mit dem GreenTec Award ausgezeichnet worden.

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