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Wenn ein Windrad recycelt wird – Das passiert am Ende seiner Lebensdauer

Auch für Windräder gilt: Ihre Lebensdauer ist begrenzt. Entweder, weil ihre staatliche Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach 20 Jahren ausläuft oder weil das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) das in seinen Regularien so vorsieht. Da Windräder rechtlich als Bauwerke gelten, haben sie gemäß den Vorgaben des DIBt grundsätzlich nur eine begrenzte Betriebsdauer von 20 Jahren.

Die Geschichte der deutschen Windparks reicht bis ins Jahr 1987 zurück: Damals wurde an der windreichen schleswig-holsteinischen Westküste im Kaiser-Wilhelm-Koog der erste Windpark in Betrieb genommen, der aus 32 unterschiedlich leistungsfähigen Windkraftanlagen bestand. Nicht nur hier, auch überall dort, wo Windkraftanlagen schon lange in Betrieb sind, stellt sich die Frage, was nach ihrem Abbau mit ihnen geschehen soll.

Aus „abgetakelten“ Windrädern“ wird nicht zwangsläufig Müll

Der Regelfall ist bislang, dass alte Anlagen abgebaut, gewartet und ins Ausland exportiert werden, um dort wieder in Betrieb genommen zu werden. Die Hauptabnehmerstaaten für hier ausrangierte Windkraftanlagen befinden sich in Osteuropa. Auf den ersten Blick ist das irritierend: Wenn die Windräder noch so gut funktionieren, dass sie offenbar problemlos an einer anderen Stelle weiterbetrieben werden können, warum werden sie hier dann demontiert? Die Antwort liegt in der Technik: Für alte Anlagen müssen die Betreiber deren Standfestigkeit und Betriebssicherheit nachweisen. Als Orientierung dienen hier zwar die Richtlinien des DIBt, aber es fehlen bislang die Erfahrungen, wie hierbei sinnvoll vorgegangen werden und wie die Materialermüdung eingeschätzt werden sollte. Weitere Gründe für einen Austausch liegen auch darin, dass neue Anlagen leistungsstärker sind oder sich für das Gebiet, auf dem sich die alten Windanlagen befinden, Umweltauflagen geändert haben, sodass ein Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.

Auch der TÜV Rheinland hat die Windkraftanlagen der ersten Stunden im Blick: Nach seiner Zählung haben von den derzeit über 25.000 in Deutschland betriebenen Windrädern knapp 8.000 ein Alter zwischen 15 und 25 Jahren, wobei 1.000 von ihnen älter als 20 Jahre sind. Seit 2015 forschen deshalb die Amtliche Materialprüfungsanstalt Bremen (MPA), die Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) Bremen und die Universität Bremen an Prüfmethoden, mit denen deutlich genauer als heute festgestellt werden kann, wie es um die Materialqualität der Anlagen bestellt ist. Ziel ist es, dass ältere Windräder weiterbetrieben werden können und sich so Ressourcen einsparen lassen.

Der künftige Trend: Windrad-Recycling

Eine ebenfalls in Bremen angesiedelte Firma, die sich auf die Aufbereitung von u. a. glasfaserverstärkten Verbundstoffen, aus denen auch Rotorblätter bestehen, spezialisiert hat, gehört in diesem Bereich zu den Vorreitern. In einer eigens hierfür gebauten Anlage werden alte Rotorblätter geschreddert und danach mit Reststoffen vermengt, die bei der Papierherstellung anfallen. Diese Mischung wird dann an Zementwerke verkauft. Derzeit übersteigt die Nachfrage nach diesem Mix die Menge, die von dem Unternehmen hergestellt werden kann. Die Firma recycelt ausgediente Rotorblätter aus Deutschland und Dänemark sowie Materialreste, die bei der Produktion und Verarbeitung glasfaserverstärkter Kunststoffe anfallen. Fachleute sagen dieser Recycling-Idee eine gute Zukunft voraus: 2021 werden die EEG-Förderungen für die ersten alten Windräder auslaufen. Dann müssen sich die Betreiber darüber Gedanken machen, ob der Weiterbetrieb sowohl wirtschaftlich als auch zulässig ist. In vielen Fällen werden die Zeichen auf Abbau stehen. Dann schlägt die Stunde der Recycling-Spezialisten.

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